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2009:
Das neue Album "Pugnate" ist erschienen. Erstmalig ist die Rekonstruktion einer römischen Wasserorgel im Zusammenhang mit dem Thema Arena und Gladiatoren zu hören. Bereits jetzt hochgelobt in Radio und Presse...

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(4 Janv, 2007)
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ill titleExperimentelle Musikarchäologie

"Musikarchäologie" - dieses Wort verleitet zu der Annahme, man könne die Musik unserer Vorfahren ausgraben und anschließend aufführen und anhören. Das ist natürlich nicht möglich - leider.

Unter Musikarchäologie verstehen verschiedene Wissenschaftler unterschiedliche Dinge. Während für die einen der Begriff nur für die Beschäftigung mit Funden von Musikinstrumenten und deren Teilen steht, umfaßt er für andere zusätzlich dazu die Forschung über niedergeschriebene historische Musik. Aus der römischen Antike sind manchmal mehr archäologische Funde von spezifischen Musikinstrumenten, z.B. Rohrblattinstrumente, erhalten, als aus dem gesamten europäischen Mittelalter. Der Vorrat an erhaltener Musik jedoch ist wesentlich geringer, obwohl die Menschen der Antike - entgegen anders lautenden Quellen - bereits eine Notenschrift benutzten. In den meisten Fällen ist obendrein unbekannt, für welche Instrumente oder Stimmen ein Musikstück oder Fragment gedacht war - wie übrigens bei den meisten Musikquellen aus dem Mittelalter auch.

Rekonstrukierte Musikinstrumente

Musikwissenschaftler, Musiker und Archäologen ermitteln daher experimentell anhand von Nachbauten der Musikinstrumentenfunde, wie diese geklungen haben könnten. Das ist ein Abenteuer, das neben hohem Können viel Kreativität erfordert. Dabei sollte man allerdings einige wichtige Fakten im Auge behalten: Nicht jedes komplexe Instrument muß zwangsläufig in seinen spieltechnischen Möglichkeiten komplett ausgenutzt worden sein, und auch auf zunächst sehr schlicht wirkenden Instrumenten kann ein Spieler mit entsprechenden Fähigkeiten virtuose und komplizierte Musik erzeugen.
Nicht nur die Musiker, die auf historischen Instrumenten spielen, stehen in ihrer eigenen musikalischen Tradition und können nur aus dieser heraus experimentieren. Auch die Zuhörer haben moderne Hörgewohnheiten. Selbst wenn sich also die Musiker dem antiken Klang weitestmöglich annähern, werden die modernen Zuhörer diesen immer noch anders wahrnehmen als das antike Auditorium.

Rekonstrukierte Instrumente

Was sind es nun für Instrumente, die aus der Antike erhalten sind? Es handelt sich vor allem um Blasinstrumente - Rohrblattinstrumente, Kernspaltflöten, Panflöten und selten Reste von Kleinorgeln. Auch einige Saiteninstrumente, wie Laute und Teile einer Leier, sowie Perkussionsinstrumente wie Klappern und Rasseln sind erhalten. Viele der Funde beweisen, daß es in der Antike einen hochentwickelten Instrumentenbau gegeben hat. Besonders auffällig ist dies bei den komplexen Orgeln und den Auloi (Aulos/Tibia). Letztere waren hochentwickelte Rohrblattinstrumente mit ähnlichen Blättern wie die heutige Oboe, die meist paarweise gespielt wurden. Diese Auloi waren oft nicht nur aufwendig aus Knochen gedrechselt, sondern verfügten häufig über Klappen- und Stimmmechanismen, wie sie erst in der Renaissance wieder vorkommen.

Rekonstrukierte Instrumente

Die Instrumente sind häufig nur durch Fragmente wie Saitenhalter oder Wirbel vertreten. Bei vollständiger überlieferten Funden fehlen wiederum oft Teile. Kenntnisse über so wichtige Elemente wie Rohrblätter oder Saiten stammen ausschließlich aus Schrift- und Bildquellen. Diese Teile erhalten sich aufgrund ihrer Vergänglichkeit im Boden so gut wie nie. Die Musikarchäologie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die auf Erkenntnisse von Historikern, Kunsthistorikern und Ethnologen angewiesen ist.

Text: Merit Zloch, Archäologin M.A., Harfenistin bei Mvsica Romana